Online wetten in Österreich – Bewilligung, Wettgebühr und Anbieter im Überblick
Inhaltsverzeichnis
Wer in Österreich online wetten will, landet schnell bei zwei Namen, die jeder kennt – tipp3 und win2day – und einer langen Liste internationaler Marken, die im deutschen Sprachraum werben. Der Unterschied ist nicht die Werbung: tipp3 und win2day nennen eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung, der Rest tut es in aller Regel nicht. Da Österreich kein nationales Sportwetten-Gesetz kennt, sondern neun Landesgesetze, ist die Frage nach Seriosität zuerst eine Frage nach dem Bundesland.
Wer online in Österreich wettet, trifft auf ein diverses Feld: Die einen Anbieter basieren auf einer Bewilligung durch ein Bundesland, die anderen sind international tätig. Dieser Beitrag klärt auf, was die Wettgebühr von 5 %, die seit dem 1. April 2025 anfällt, für den Spieler bedeutet, woran man seriöse Bonusangebote erkennt, warum die Auszahlungsquote entscheidend ist und welche Zahlungsmethoden üblich sind.
Stand: 30 Oktober 2026; abgeglichen gegen die Wettordnungen und Impressen der genannten Betreiber sowie gegen die einschlägigen Landesgesetze.
Ein- und Auszahlungen: Welche Wege Geld nehmen und wie schnell es zurückkommt
Beim Bezahlen entscheidet sich, ob eine Wettstrategie überhaupt funktionieren kann. Wer mit Skrill einzahlt und dann mit Kreditkarte auszahlen will, hat ein Treueproblem – nicht jedes Konto akzeptiert dieselbe Methode in beide Richtungen. Wer mit paysafecard einzahlt, hat meist ein Auszahlungsproblem, weil anonyme Guthaben selten refundiert werden. Wer mit Krypto einzahlt, hat in der österreichischen Aufsicht keinen Ansprechpartner.

Was die Anbieter tatsächlich anbieten
Die meisten seriösen österreichischen Buchmacher akzeptieren Banküberweisung, Kreditkarten (Visa, Mastercard, teilweise Maestro), Sofortüberweisung oder EPS und einige E-Wallets wie Skrill oder Neteller. Vor der ersten Auszahlung verlangen alle Anbieter eine Identitätsprüfung – das ist nicht Schikane, sondern Geldwäschevorschrift. tipp3 und win2day verlangen einen amtlichen Lichtbildausweis und eine Adressbestätigung, ausländische Anbieter ebenso. Die Dauer dieser Prüfung schwankt zwischen 24 Stunden und einer Woche und verzögert die erste Auszahlung spürbar.
Bei Tipico und Admiral funktioniert die Auszahlung auf das gleiche Konto, mit dem eingezahlt wurde („Closed Loop“). Auszahlungen aufs Bankkonto brauchen in Österreich ein bis drei Werktage, E-Wallets sind oft innerhalb von 24 Stunden da, Krypto-Auszahlungen dagegen Stunden, dafür ohne Bank als Zwischenstelle.

Was das in der Praxis heißt
Drei Punkte entscheiden, wie schnell das Geld zurück ist: ob das Konto schon verifiziert ist, ob die Auszahlungsmethode zur Einzahlung passt und ob eine Auszahlung am Wochenende beantragt wird. Viele Anbieter bearbeiten Auszahlungen nur an Werktagen – wer Freitagabends auszahlt, wartet bis Montag oder Dienstag. Bei Anbietern mit Sitz im Ausland kommt eine zweite Verzögerung dazu, weil die Auszahlung durch eine zweite Bank geht.
Wer mit PayPal einzahlen will, sucht in Österreich lang: PayPal steht nur bei wenigen internationalen Marken als Sportwetten-Einzahlungsmethode zur Verfügung und in Österreich nicht flächendeckend. Die paysafecard ist als anonyme Guthabenkarte verbreitet, aber die Auszahlung muss auf ein Bankkonto gehen, weil der Anbieter das gewettete Geld nicht auf eine Karte zurückbuchen kann.
Auszahlungsdauer im Überblick
| Methode | Typische Auszahlungsdauer | Hinweise |
|---|---|---|
| Banküberweisung (SEPA) | 1–3 Werktage | Standardweg; bei ausländischen Anbietern länger |
| Kreditkarte | 1–3 Werktage | Nur auf die Karte, mit der eingezahlt wurde |
| Skrill / Neteller | binnen 24 Stunden | E-Wallet muss verifiziert sein |
| paysafecard | nicht auszahlbar | Guthaben wird auf das Bankkonto refundiert |
| Krypto (BTC, ETH, USDT) | wenige Stunden | Kein Bankweg, aber keine österreichische Aufsicht |
Worauf es bei der Auszahlung ankommt
Wer eine Auszahlung anfordert, sollte das verifizierte Konto nutzen und auf Plausibilität achten: ein Anbieter, der eine Auszahlung ablehnt, weil der Einzahlungsbetrag nicht „durchgespielt“ wurde, schützt sich gegen Geldwäsche und nicht gegen den Kunden. Diese „Wettumsatz“-Regel – Einzahlung einmal umsetzen, bevor ausgezahlt wird – ist bei ausländischen Anbietern üblich, bei österreichischen Bewilligungsinhabern seltener. Im Zweifel steht es in der Wettordnung.
Mobile Wetten: Apps und mobile Seiten im Vergleich
Wetten findet auf dem Handy statt, nicht am Laptop. Was zählt, ist nicht, ob es eine App gibt, sondern was sie kann: Push-Benachrichtigungen für laufende Spiele, eine stabile Livewette, ein Login per Fingerabdruck und klare Limits im Profil.
Was eine gute Wett-App ausmacht
Vier Funktionen trennen die Spitze vom Rest: ein Cache für bereits geladene Quoten, damit sie ohne neue Verbindung sichtbar bleiben; ein Cash-Out-Schalter, der auch bei schwankender Verbindung reagiert; ein Login per Face ID oder Fingerabdruck, damit niemand mit dem entsperrten Telefon wetten kann; und Limits für Einzahlung oder Verlust, die im Profil sichtbar sind, bevor der erste Euro weg ist.
Die Merkur-Bets-App bietet Live- und Vorab-Wetten, Cash-Out sowie Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia. Betway geht mit Livestreams auf Fußball, Basketball, Eishockey und Tennis einen Schritt weiter – Spiele laufen direkt in der App, daneben Cash Out, Wettkonfigurator und Super Sub. tipp3 und win2day setzen eher auf das mobile Web als auf eine eigene App und liefern dafür stabile Wettprogramme ohne Download.
Worauf es bei Livewetten ankommt
Livewetten sind datenhungrig: jede Sekunde zählt, eine neue Quote wird ausgespielt, und die alte ist tot. Eine schlechte App ruckelt, friert ein oder zeigt die Quote von vor zehn Sekunden, wenn das Tor längst gefallen ist. Wer viel live wettet, prüft eine App am besten mit einer kleinen Vorab-Wette im Stadion-WLAN – wer dort schon aussetzt, taugt im Stadion nicht. Das Datenverbrauchsthema gehört dazu: ein 90-Minuten-Spiel Live verfolgt verbraucht mehrere Hundert Megabyte, im EU-Roaming ist das eine Kostenfrage, in Österreich allenfalls eine Akkufrage.
Push, Benachrichtigung und Limits
Was viele Anbieter nicht offensichtlich bewerben: die Möglichkeiten, sich selbst zu begrenzen. Eine gute App zeigt das tägliche, wöchentliche oder monatliche Limit im Konto an, ohne erst tief ins Profil zu graben. tipp3 etwa erlaubt eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten direkt im Kundenkonto – das Guthaben bleibt, die Wetten sind blockiert. Solche Selbstbeschränkungen sind kein Eingeständnis eines Problems, sondern gesetzlich erwarteter Standard.
Wettarten und Quoten: Wie Einzelwette, Kombiwette und Systemwette funktionieren
Wer Quoten nicht liest, liest Werbung. Eine Quote ist kein Tipp, sondern ein Preis: sie sagt, was eine Wette im Erfolg auszahlt, und sie trägt die Marge des Anbieters. Wer den Unterschied nicht kennt, zahlt ihn.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Die Einzelwette ist eine Wette auf ein Ereignis, die Quote gilt direkt. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten mehrerer Ereignisse – aus drei Quoten von 2,00 wird eine Gesamtquote von 8,00, aber alle drei Tipps müssen eintreffen, damit ausgezahlt wird. Die Systemwette kombiniert mehrere Tipps zu einem Sicherheitsnetz: statt alles auf eine Karte zu setzen, baut der Anbieter mehrere kleinere Kombis, bei denen auch einzelne Treffer ausreichen – die Quote fällt, das Risiko ebenso.
Langzeitwetten sind Wetten, die Wochen oder Monate im Voraus geschlossen werden – auf Meister, Weltmeister oder den Torschützenkönig. Ihre Quoten sind hoch, weil die Zeit viele Variablen einführt. Verliert ein Spieler das Turnier, ist die Wette weg, es gibt keinen Teilausgleich wie bei Livewetten.
Wie die Quote entsteht und was die Marge ist
Eine faire Quote auf einen Münzwurf wäre 2,00 auf jede Seite, 100 % Auszahlung an die Wettenden, der Anbieter bekommt nichts. In der Praxis quotiert der Anbieter beide Seiten mit 1,90. Dann steckt in jeder Wette eine Marge, die der Anbieter auf Dauer behält – das ist sein Geschäftsmodell.
Das lässt sich nachrechnen. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei Quoten von 1,90 und 1,90 ergibt sich die Auszahlungsquote, indem man die Kehrwerte der Quoten addiert:
1 ÷ 1,90 + 1 ÷ 1,90 = 0,5263 + 0,5263 = 1,0526
Die Auszahlungsquote liegt also bei ungefähr 95,05 % – das ist der Anteil der Einsätze, den der Markt an die Wettenden zurückgibt. Die Marge ist die Differenz zu 100 %:
100 % − 95,05 % = 4,95 %
In Worten: Bei jeder Wette auf diesen Markt behält der Anbieter im Schnitt etwa 5 Cent je eingesetztem Euro. Diese 5 % sind das, was Wettende langfristig „bezahlen“, und sie sind umso höher, je unausgewogener die Quoten sind. Bei einem klaren Favoriten liegt die Marge oft im einstelligen Bereich, bei ausgeglichenen Märkten zwischen 4 und 7 %, bei Spezialmärkten (Torschützen, Eckbälle, Handicap-Variationen) auch im zweistelligen Bereich.
Die Konsequenz für den Wettenden: wer auf Märkte mit 2 % Marge setzt, verliert langfristig 2 % seines Einsatzes; wer auf Märkte mit 10 % Marge setzt, verliert 10 %. Die Marge ist der einzige Faktor, der langfristig sicher wirkt – Glück und Geschick gleichen sich über viele Wetten aus.
Was Kombiwetten mit der Marge machen
Bei einer Kombiwette aus drei Tipps zu Quoten von 1,90 multiplizieren sich die Quoten zu 1,90 × 1,90 × 1,90 = 6,86. Höher, klar. Aber die Marge jedes einzelnen Marktes geht mit: Ist jeder einzelne Markt mit 5 % Marge behaftet, liegt die kombinierte Marge deutlich höher – je nach Formel rechnerisch im Bereich von etwa 14 %, weil sich die Margen nichtlinear aufschaukeln. Wer viel kombiniert, wettet teuer.
Wettarten im Überblick
| Wettart | Risiko | Auszahlung | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Einzelwette | überschaubar | Quote × Einsatz | Standardtipps, Favoritenwetten |
| Kombiwette | hoch | Produkt der Einzelquoten | Tipps mit niedriger Einzelquote, die zusammen gewinnen sollen |
| Systemwette | mittel | abhängig vom System | wenn man sich gegen einzelne Ausfälle absichern will |
| Langzeitwette | sehr hoch | hohe Quote | auf Saisons, Turniere, Torschützenkönige |
| Livewette | hoch | Quote passt sich an | auf Spiele, die man gerade verfolgt |
Cash Out ist keine eigene Wettart, sondern eine Funktion: der Anbieter kauft die offene Wette vor dem Ende ab, zu einem Kurs, der oft unter dem liegt, was das Warten wert wäre. Praktisch, wer einen drohenden Verlust früh stoppen will; teuer, wer den Cash-Out-Preis mit der offenen Wette vergleicht. Die meisten österreichischen Buchmacher bieten Cash Out auf ausgewählte Märkte an, nicht auf alle.
Sportarten und Turniere: Was die Anbieter zeigen und was nicht
Fußball führt das Programm, aber nicht jeder Fußballmarkt ist Fußball. In Österreich fragen Spieler nach Bundesliga, Champions League, ÖFB-Cup, in den deutschsprachigen Ligen nach Bundesliga und 2. Bundesliga, in England nach Premier League und Championship, international nach großen europäischen Ligen. Wer darauf setzt, hat bei jedem seriösen Anbieter ein vollständiges Programm. Wer auf dritte spanische Liga, isländische dritte Liga oder die zweite Bundesliga der Frauen setzt, sortiert die Anbieter aus.
Die Standardliste
Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1 – das ist die kürzeste Liste, die jeder seriöse Anbieter abdeckt. win2day Sportwetten etwa nennt diese fünf Sportarten ausdrücklich. Starsportwetten geht einen Schritt weiter und listet Fußball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball, American Football, Baseball, Volleyball, Rugby und Darts – über 200 Fußballligen aus mehr als 80 Ländern und bis zu 10.000 Live-Spiele pro Monat. Dazwischen liegen die meisten anderen Buchmacher.
Daneben stehen Randsportarten: Snooker, Darts, Tischtennis, Volleyball, Rugby, Cricket, Curling, Aussie Rules. Bei österreichischen Bewilligungsinhabern ist das Angebot oft schmaler als bei großen internationalen Marken, einfach weil die Lizenz ein Vollangebot nicht erzwingt. Bei Merkur Bets stehen Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia auf der Liste, daneben Olympia und Mehrwegwetten.
Spezialmärkte und Politikwetten
Was die österreichischen Landgesetze hergeben: Wetten auf Sportereignisse sind erlaubt, Wetten auf Wahlen, Politikersprüche oder TV-Shows in der Regel nicht. Virtuelle Rennen sind kein Sportereignis und fallen daher unter das Glücksspielgesetz, nicht unter ein Wettgesetz – Anbieter dürfen sie nicht als Sportwette quotieren, und wer auf „virtuelle Pferderennen“ wettet, spielt oft Glücksspiel, ohne es zu wissen.
Was nicht jeder Anbieter gleich gut macht: Spezialmärkte. Torschützenwetten, Eckbälle, Handicap-Varianten, Kombinationen aus mehreren Spielen („Spieler A trifft und Mannschaft B gewinnt“) und Spielerstatistiken sind das Feld, auf dem sich seriöse Buchmacher von Wettportalen absetzen. Hier klaffen die Margen auseinander – bei Standardsieg-Wetten ist die Marge ähnlich, bei Torschützen oder Handicaps können 15 % und mehr anliegen.
Wetten auf den heimischen Fußball
Österreichische Bundesliga ist ein Sonderfall. Tipico ist seit der Saison 2014/15 Sponsor der Bundesliga und förderndes Mitglied des Österreichischen Sportwettenverbands (OSWV) – damit ist die Marke auf den Banden präsent, in den Stadien und bei Übertragungen. Das heißt nicht, dass Tipico die einzige Quelle für Bundesliga-Wetten ist, aber die Berichterstattung ist eng. Wer ÖFB-Cup oder Regionalliga sucht, wird eher bei internationalen Buchmachern fündig als bei den heimischen Bewilligungsinhabern, deren Bundesliga-Angebot solide, aber nicht riesig ist.
Anbieter-Ranking: Wer in Österreich online wetten lässt und wer nicht
Zehn Anbieter im Vergleich – sechs mit einer Bewilligung eines Bundeslandes, vier ohne österreichische Bewilligung, aber im Markt sichtbar. Die Reihenfolge folgt der Bewilligung: zuerst die Marken mit Land-Bewilligung, dann die ohne. Bei der Auszahlungsquote und im Wettprogramm unterscheiden sich die Marken weniger stark, bei Cash Out, Livestreams und der App sind die Lücken größer.
Einordnung der zehn Anbieter
| Marke | Österreichische Bewilligung | Anbieter / genannte Lizenz |
|---|---|---|
| tipp3 | Bewilligung der NÖ Landesregierung (10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) | Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H., Wien |
| win2day | Bewilligung der NÖ Landesregierung (10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) | Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH |
| Starsportwetzen | Bewilligung eines Bundeslandes – Land und Bescheid nicht veröffentlicht | Star Sportwetten GmbH |
| Admiral | Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz | ADMIRAL Sportwetten GmbH |
| Merkur Bets | Bewilligung eines Bundeslandes – Land und Bescheid nicht veröffentlicht | Merkur-Gruppe, Sitz in Gerasdorf bei Wien |
| Vierklee | Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0) | Vierklee Wettbüro GmbH |
| GGBET | keine österreichische Bewilligung; Curaçao (OGL/2024/688/0234) | Invicta Networks N.V. |
| Bets | keine österreichische Bewilligung; Anjouan (ALSI-202410047-FI2) | Plattform Softswiss Sportsbook |
| Betway | keine österreichische Bewilligung; Malta (MGA) | Betway Ltd. |
| Tipico | keine österreichische Bewilligung; Malta (MGA/B2C/101/2004) | Tipico Co. Ltd. |
Was die Tabelle zeigt – und was nicht
Die Spalte zur Bewilligung trennt zwei Welten: Wer eine Bewilligung eines Bundeslandes nennt, unterliegt einem österreichischen Wettgesetz, einer Aufsicht der Landesregierung und im Streitfall einer österreichischen Behörde. Wer keine nennt, muss eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Anjouan vorlegen – jede dieser Lizenzen steht für andere Regeln als ein österreichisches Wettgesetz, aber keine davon ist eine österreichische Bewilligung. Wer sich an einen Anbieter ohne österreichische Bewilligung wendet, kann eine Beschwerde an die maltesische, curaçaoische oder anjouanische Behörde richten, nicht an eine österreichische Stelle.
Was die Bewilligung bedeutet – und was nicht
Eine Bewilligung eines Bundeslandes ist keine Garantie, dass alles glattläuft. Sie bedeutet: ein österreichisches Wettgesetz erlaubt den Betrieb dieses Anbieters unter Aufsicht der genannten Landesregierung. Sie bedeutet nicht, dass der Anbieter die höchste Auszahlungsquote hat, die meisten Zahlungsmethoden akzeptiert oder die meisten Livewetten zeigt. Admiral und tipp3 etwa sind beide bewiligt – Admiral mit Sitz in Gumpoldskirchen, einst Teil der Novomatic-Gruppe, an der Wiener Börse zwischen 2001 und 2006 notiert; tipp3 ist die Marke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft. Beide bieten solide, aber unterschiedliche Programme.
Wer ohne österreichische Bewilligung ist und trotzdem in Reichweite
GGBET, Bets, Betway und Tipico – vier Namen, vier Geschichten. GGBET ist klar positioniert: eSports zuerst, Dota 2, Counter-Strike, Valorant, League of Legends, Rainbow Six Siege, daneben klassische Sportarten. Bets läuft über Softswiss Sportsbook mit mehr als 200 Sportarten inklusive eSports, Quoten von Betradar und Oddin.gg. Betway setzt auf Live-Streams, Cash Out, Boosts und Wettkonfigurator. Tipico ist in Österreich über die Bundesliga-Sponsoring omnipräsent, aber die österreichische Niederlassung selbst gibt keine Land-Bewilligung an.
Überblick: Was Online-Wetten in Österreich ausmacht
Online-Wetten sind in Österreich ein Geschäft der Bundesländer, nicht des Bundes. Das macht den Markt überschaubar, aber auch unübersichtlich: jeder Anbieter braucht eine Land-Bewilligung, jedes Land hat sein eigenes Wettgesetz, und kein Anbieter deckt alle neun Landesgesetze ab. Wer in Niederösterreich wettet, ist bei einer NÖ-Bewilligung rechtlich auf der sicheren Seite; wer in Wien wettet, braucht eine Bewilligung nach dem Wiener Wettengesetz. Wer in Tirol wettet, hat mit der Tiroler Landesregierung zu tun.
Die wichtigsten Begriffe
Wettanbieter ist der allgemeine Begriff für Buchmacher im Markt. Buchmacher und Totalisateur stehen in den Landesgesetzen – sie meinen das gleiche, nämlich einen Veranstalter von Wetten. Wettunternehmer steht ebenfalls für denselben Begriff, nur von der anderen Seite aus gedacht. Wettkunde und Wettkundin sind die juristisch korrekten Bezeichnungen für die Person, die wettet – Spieler sagen viele Anbieter selbst, es ist im Markt ebenfalls üblich.
Bewilligung ist das Wort der Landesgesetze für die Erlaubnis. Es ist nicht das gleiche wie eine Lizenz – wer eine österreichische Land-Bewilligung meint, schreibt „Bewilligung“, nicht „Lizenz“. Die Konzession wiederum ist das Wort des Glücksspielgesetzes, also für Lotterien und Casinos. Für Sportwetten bleibt es bei der Bewilligung.
Quote schreibt der Österreicher mit Dezimalkomma: 2,10 statt 2.10. Wetteinsatz ist der Einsatz, Wettschein das Formular oder die App-Ansicht einer offenen Wette. Wettordnung und Wettreglement sind die allgemeinen Bedingungen des Anbieters. Annahmestelle und Wettannahmestelle stehen für Wettbüros, Wettterminal für Automaten.
Wo gewettet wird
Stationär ist Österreich ein Trafik- und Wettbüro-Land. Annahmestellen finden sich in Trafiken und eigenen Shops, dazu Wettterminals in Wettcafés und Spielhallen. Online ist das Geschäft zweigeteilt: tipp3 und win2day haben das Feld der Bewilligungsinhaber lang gehalten, mit ihnen kommen Admiral, Vierklee, Starsportwetten und Merkur Bets. Die ausländischen Anbieter kommen nicht über offizielle österreichische Lizenzen, aber über europäische Pässe (Malta) und Lizenzen aus Curaçao oder Anjouan, und sie sind im Internet für österreichische Spieler erreichbar.
Die wichtigsten Anbieter im Überblick
tipp3 ist die Wettmarke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft mit Sitz am Rennweg 44, 1038 Wien. Bewilligt in Niederösterreich, nach dem NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020). tipp3 wickelt Einzel-, Kombi-, System- und Livewetten ab, dazu Sonderaktionen.
win2day Sportwetten gehört zur Österreichischen Lotterien Gesellschaft. Auch hier ist die Sportwetten-Bewilligung Niederösterreich, mit gleichem Datum und gleicher Aktenzahl. Casino und Lotterie laufen über die bundesrechtliche Konzession, das ist ein anderes Regime – die Wettordnung der Sportwetten bezieht sich nicht auf das Glücksspielgesetz.
Admiral Sportwetten gehört zur Novomatic-Gruppe, Sitz in Gumpoldskirchen. Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Die Marke steht seit den 2000er-Jahren, an der Wiener Börse war sie zwischen 2001 und 2006 notiert. Admiral ist einer der sichtbarsten Anbieter im Land, mit dichten Annahmestellen- und Terminal-Netz.
Vierklee trägt im Impressum eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0, und nennt das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz als Rechtsvorschrift. Das ist die einzige Tiroler Bewilligung im Vergleich.
Merkur Bets ist die österreichische Sportwetten-Marke der Merkur Group, die früher unter Cashpoint firmierte und seit Juni 2025 als Merkur Bets auftritt. Sitz in Gerasdorf bei Wien. Die Bewilligung eines Bundeslandes wird im Auftritt erwähnt, ohne Nennung des Landes oder Bescheids.
Starsportwetten tritt mit App auf, in der App-Beschreibung werden Fußball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball, American Football, Baseball, Volleyball, Rugby, Darts, 200+ Fußballligen aus 80+ Ländern und bis zu 10.000 Live-Spiele pro Monat genannt. Bewilligt ist die Marke in einem österreichischen Bundesland – welches, ist nicht öffentlich.
Ausländische Marken in Reichweite
Tipico ist über seine Sponsoring-Tätigkeit in Österreich besonders sichtbar; die österreichische Tipico-Niederlassung trägt eine maltesische Lizenz.
Betway gehört zu den größten europäischen Online-Buchmachern, kommt mit maltesischer Lizenz nach Österreich, betont Livestreams und Konfigurator.
Bets.io läuft auf Softswiss Sportsbook, akzeptiert Kryptowährungen (BTC, ETH, USDT und mehr) und trägt eine Anjouan-Lizenz.
GG.BET setzt klar auf eSports, mit Curaçao-Lizenz und einer App im kanadischen App Store (Altersfreigabe 18+), für österreichische Spieler mit kleinerem Vorab-Angebot und größerem eSports-Fokus.
Was Spieler erwarten können
Im Durchschnitt liegen die Auszahlungsquoten großer Wettmärkte (Siegwetten) zwischen 93 % und 96 %. Das ist der Anteil, den ein Markt langfristig an die Wettenden zurückgibt – wer 100 € auf einen solchen Markt verteilt setzt, bekommt im Mittel 93–96 € zurück, der Rest ist die Marge des Anbieters. Die Auszahlungsdauer reicht von wenigen Stunden (Krypto) bis zu drei Werktagen (Banküberweisung). Limits sind Sache des Anbieters und reichen von einigen Hundert Euro pro Woche bis zu mehreren Tausend Euro pro Tag. Wer mit Bedacht wettet, kann sich in den meisten Wettordnungen selbst Limits setzen.
Recht und Lizenz: Welche Bewilligung ein Anbieter braucht
Sportwetten sind in Österreich kein Glücksspiel im Bundesrecht – der Verwaltungsgerichtshof hat das im Erkenntnis vom 2.7.2015 (Ro 2015/16/0019) festgestellt. Damit fällt die klassische Sportwette nicht unter das Glücksspielgesetz (GSpG), und es gibt auf Bundesebene weder Lizenz noch Aufsicht noch Sperrdatei. Jedes Bundesland regelt das selbst.
Wer in Österreich Sportwetten anbietet
Wer gewerblich Sportwetten anbietet, braucht eine Bewilligung des Landes, in dem er die Daten bereitstellt. Diese Bewilligung heißt in den Landesgesetzen unterschiedlich, meint aber das gleiche: eine Erlaubnis, in diesem Bundesland Wetten auf Sportereignisse zu vermitteln. Niederösterreich nennt sie „Bewilligung“ nach dem NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), erteilt vom Amt der NÖ Landesregierung. Wien hat das Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), zuständig ist der Magistrat der Stadt Wien. Oberösterreich hat das Oö. Wettgesetz, dort liegt die Bewilligung bei der OÖ Landesregierung. Tirol nennt das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz, zuständig ist die Tiroler Landesregierung – Vierklee etwa nennt eine Aktenzahl aus diesem Gesetz.
Was die Bewilligung umfasst: das Veranstalten und Vermitteln von Wetten auf Sportereignisse, oft in einem definierten regionalen Rahmen. Wer in mehreren Bundesländern aktiv ist, braucht mehrere Bewilligungen – oder Bewilligungen, die sich auf mehrere Länder erstrecken.
Was eine ausländische Lizenz bedeutet – und was nicht
Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, Gibraltar oder Anjouan ist keine österreichische Bewilligung. Sie bedeutet, dass der Anbieter im jeweiligen Lizenzland nach dessen Regeln arbeiten darf; sie bedeutet nicht, dass er in Österreich arbeiten darf. Die österreichischen Landgesetze binden die Bewilligung an die Serverstandorte, an denen der Anbieter seine Daten bereitstellt. Wer aus Wien spielt, fällt unter das Wiener Wettengesetz – eine maltesische Lizenz ersetzt keine Wiener Bewilligung.
Das macht die Lage unübersichtlich. Einige ausländische Anbieter werben offensiv in Österreich, ohne eine österreichische Bewilligung zu nennen. Das macht den Anbieter nicht automatisch illegal; das macht ihn rechtlich unbewilligt in Österreich, mit allen Konsequenzen: keine österreichische Behörde, an die man sich bei Streit wenden kann; keine österreichische Selbstsperre, die wirkt; keine österreichische Aufsicht über Quoten und Spielerschutz.
Livewetten und Limits je nach Bundesland
Was geht online und was nicht, hängt vom Bundesland ab. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis – Livewetten auf „nächster Ball“, „nächstes Tor“ oder ähnliches Spielereignis sind in Wien ausgeschlossen. Oberösterreich erlaubt Livewetten nur auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder auf den nächsten Torschützen. Niederösterreich hat nach derzeitigem Stand keine vergleichbare Spezialregel. Wer Livewetten in Österreich anbietet, achtet auf das eigene Bundesland, nicht auf ein „österreichisches Recht“.
Limits: Oberösterreich und Niederösterreich setzen pro Wette 500 €. Wien setzt 50 € pro Wette an Wettterminals ohne Schalter. Für Online-Wetten anderswo ist die Lage uneinheitlich.
Wer eine Rechnung stellt – Anbieter oder Wettender
Die Wettgebühr von 5 % wird vom kommerziellen Veranstalter oder Vermittler geschuldet, nicht vom Spieler. Konkret: das Wettgesetz (§ 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG, geändert durch BGBl. I Nr. 7/2025) sagt, dass die Gebühr der schuldet, der die Wette abschließt oder vermittelt. Die Frage, ob der Anbieter die Gebühr aus eigener Tasche zahlt oder über die Quote auf die Wettenden umlegt, ist eine kaufmännische Entscheidung – tipp3 etwa trägt sie nach eigenen Angaben bei verlorenen Wetten allein und zieht sie bei gewonnenen Wetten vom Gewinn ab.
Sanktionen und Spieler-Status
Wer ohne Bewilligung in Österreich Sportwetten anbietet, riskiert eine Verwaltungsstrafe – Wien bis zu 22.000 €, Oberösterreich bis zu 20.000 €. Wer als Spieler bei einem solchen Anbieter wettet, ist nicht strafbar; im Wettgesetz findet sich keine Spieler-Strafe für die Teilnahme an einer unbewilligten Wette. Was bleibt, ist die fehlende Anlaufstelle: kein österreichisches Gericht für Streit mit dem Anbieter, keine österreichische Selbstsperre, die im Konzern des Anbieters greift.
Verantwortungsvolles Wetten: Sperren, Pausen und Limits
Wer wettet, sollte wissen, wann er aufhört. Die österreichischen Landgesetze kennen Sperren, aber keine nationale Sperrdatei für Sportwetten. Jeder Anbieter sperrt für sich, eine landesweite Kartei gibt es nicht.
Die Sperrmechanismen der österreichischen Anbieter
tipp3 bietet zwei Stufen: eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten, bei der das Guthaben im Konto bleibt und die Wetten blockiert sind; und eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren, bei der das verbleibende Guthaben auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen wird. Beide Sperren sind nach dem Start nicht mehr aufhebbar – wer eine Sperre setzt, sitzt sie aus. Das ist hart, aber genau so gedacht.
win2day setzt Einzahlungslimits: bis zum 26. Geburtstag 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 dann 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht in dieses Limit.
Ausländische Anbieter haben eigene Limits, oft großzügiger als die österreichischen Bewilligungsinhaber – was daran liegt, dass sie keiner Land-Bewilligung und keinen entsprechenden Obergrenzen unterliegen.
Was die Landgesetze noch vorsehen
Wer in Österreich wettet, ist in der Regel volljährig (18+). Wien und Oberösterreich schreiben das gesetzlich fest. Wer dem nicht entspricht, kann kein Wettkonto führen – die Anbieter verlangen die Identitätsprüfung.
Eine bundesweite Sperrdatei für Sportwetten existiert nicht. Was es gibt, ist das geplante Sperrregister aus dem Glücksspielreformgesetz 2026 – dieses betrifft aber Glücksspiel im Sinne des GSpG und damit Lotterien und Casinos, nicht klassische Sportwetten. Wer sich bei tipp3 selbst sperrt, ist dort gesperrt, bei win2day aber nicht.
Wo Spieler Hilfe finden
Neben den anbieterinternen Sperren gibt es Anlaufstellen außerhalb der Branche: die Bundesstelle für Spielsucht, die Spielerberatungsstellen der Bundesländer, anonyme Spielergruppen in mehreren Städten. Auch die Plattform playsponsible.at ist eine Anlaufstelle, die von der heimischen Branche getragen wird.
Wer erste Warnsignale bei sich erkennt – das Aufsuchen von Verlusten, das Verstecken von Wetten vor der Familie, das Verbrauchen von Geld, das für andere Dinge gedacht war –, sollte eine Pause setzen, bevor die Schulden wachsen. Die Spielerschutzfunktionen der Anbieter sind dazu da, diese Pause technisch umzusetzen.
Limits, die nicht jeder Anbieter bietet
Was auffällt: nicht jeder Anbieter hat die gleichen Schutzmechanismen. Einige internationale Marken zeigen keine Einzahlungslimits im Profil – wer dort wettet, muss sich selbst Grenzen setzen oder den Anbieter-Support nach Limits fragen. Die heimischen Bewilligungsinhaber (tipp3, win2day, Admiral, Merkur Bets) sind konsequenter mit Sperren und Limits, was zur Bewilligungspflicht dazugehört.
Bonus und Gratiswetten: Was ein Bonus in Österreich wirklich kostet
Ein Bonus ist eine Geste des Anbieters, keine Spende. Wer einen 100-%-Bonus annimmt, bekommt mehr Geld zum Wetten – und muss dieses Geld mehrfach umsetzen, bevor es ausgezahlt werden kann. Die Bedingungen stehen in der Wettordnung und sind nicht verhandelbar.
Warum „gratis“ nie gratis ist
Eine typische Bonusstruktur sieht so aus: Einzahlung 100 €, Anbieter gibt 100 € Bonus obendrauf, das Wettkonto zeigt 200 €. Bevor der Bonus ausgezahlt werden kann, muss der Einzahlungs- und Bonusbetrag – oder nur der Bonusbetrag – einige Male zu einer Mindestquote umgesetzt werden. Wer das schafft, behält den Bonus. Wer nicht schafft, verliert ihn, und oft auch die Gewinne, die aus dem Bonus entstanden sind.
Bei einer 5-fachen Umsetzung von 100 € Bonus sind 500 € Umsatz nötig, zu einer Mindestquote von 1,50 oder 1,80. Wer mit kleineren Quoten wettet, zählt nicht zum Umsatz. Wer mit höheren Quoten wettet, hilft sich selbst, weil eine Wette mit Quote 2,00 und 10 € Einsatz beim Gewinn 20 € bringt, davon 10 € Gewinn – der Gewinn erscheint als Echtgeld, sobald die Umsetzung erreicht ist.
Die Rechnung, die jeder Bonus offenlegen sollte
Wer den Bonus durchrechnet, sollte wissen: bei einem 5-fachen Umsatz auf 100 € Bonus zu einer Mindestquote von 1,50 und einer Marge von 5 % auf den umgesetzten Märkten ergibt sich ein erwarteter Verlust von:
500 € × 5 % = 25 €
Das ist der Preis, den der Bonus im Mittel kostet, wenn er durchgespielt wird – zu verlieren 25 € an Marge, um 100 € Bonus zu erhalten. Über die typische Bonusdauer gerechnet ist das ein Nettoverlust von einigen Prozent. Wer den Bonus aus Spaß an der Sache nimmt und gerne etwas länger wettet, profitiert. Wer den Bonus nur wegen des Bonus nimmt, verliert mehr, als er bekommt.
Was eine Gratiswette (Free Bet) tatsächlich wert ist
Eine Gratiswette ist kein Geld, sie ist eine Wette ohne eigenen Einsatz – und der Einsatz wird im Gewinnfall nicht zurückgezahlt. Das ist der entscheidende Punkt: setzt man eine 10-€-Gratiswette auf eine Quote von 3,00, gewinnt 20 € ausgezahlt, der ursprüngliche 10-€-Einsatz ist weg. Wer das nicht versteht, wundert sich, warum der Gewinn „zu niedrig“ aussieht.
Was das in Zahlen heißt: bei einer Quote von 3,00 ist der erwartete Wert der Gratiswette (auf einem Markt mit 95 % Auszahlungsquote) etwa 10 € × (3,00 − 1) ÷ 3,00 × 0,95 = 6,33 €. Bei niedrigeren Quoten sinkt der Wert, bei höheren steigt er. Wer eine Gratiswette mit hoher Quote antritt, holt mehr heraus – vorausgesetzt, der Markt hat eine vertretbare Marge.
Worauf es bei jeder Bonusbedingung ankommt
Drei Bedingungen stehen in jedem Bonus und entscheiden, ob er sich lohnt: die Umsatzanforderung (wie oft muss der Bonus umgesetzt werden), die Mindestquote (welche Quote muss die qualifizierende Wette haben), die Frist (wie viele Tage hat man Zeit). Wer einen Bonus annimmt, ohne diese drei Werte zu kennen, spielt im Nebel.
Zusätzlich, oft versteckt: der maximale Gewinn aus dem Bonus, die maximale Wette pro Runde („max bet“), die Liste der ausgeschlossenen Märkte (häufig: asiatische Handicaps, Systemwetten, Wetten auf bestimmte Sportarten), und die Anforderung, mit Echtgeld zuerst zu wetten, bevor der Bonus zum Einsatz kommt.
Anbieter-Aktionen in Österreich
Die österreichischen Bewilligungsinhaber setzen weniger auf aggressive Bonuswerbung als die internationalen Marken. tipp3 und win2day kommunizieren ihre Aktionen direkt im Konto, ohne Drängen auf hohe Summen. Die internationalen Marken – Betway, Betsson, Bet365 und dergleichen – locken mit Willkommensboni, Gratiswetten, Boosts, Cash-Back und Kombi-Versicherungen. Was davon sinnvoll ist, hängt vom eigenen Spielverhalten ab – nicht von der Werbung.
Die Top-Anbieter in Österreich im Detail
tipp3
tipp3 ist die inländische Referenzmarke für Sportwetten in Österreich. Die Bewilligung der NÖ Landesregierung ist die Grundlage des Angebots, der Anbieter ist die Österreichische Sportwetten Gesellschaft mit Sitz am Rennweg 44, 1038 Wien. Die Plattform deckt die Standard-Sportarten ab, dazu Einzel-, Kombi- und Systemwetten, Livewetten und regelmäßige Sonderaktionen. Die 5 % Wettgebühr trägt tipp3 nach eigenen Angaben bei verlorenen Wetten allein und zieht sie bei gewonnenen Wetten vom Gewinn ab. Die Spielerschutzfunktionen sind konkret: Spielpausen von 1, 3 oder 6 Monaten, Selbstsperren von 1, 2 oder 3 Jahren, beide nicht aufhebbar. Wer in Österreich wettet und auf eine inländische Bewilligung Wert legt, bekommt bei tipp3 das vollständigste Paket aus österreichischer Rechtsgrundlage, österreichischem Anbieter und österreichischer Sperre.
win2day Sportwetten
win2day Sportwetten ist das Schwesterprodukt der Österreichischen Lotterien. Auch hier ist die Bewilligung Niederösterreich, mit demselben Datum und derselben Aktenzahl. Was win2day von tipp3 unterscheidet, ist das klare Einzahlungslimit: bis 26 Jahren 250 € pro Woche, ab 26 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Wer mit Bedacht wettet und sich Limits aufgeben möchte, ist hier gut aufgehoben. Das Wettprogramm umfasst Einzelwetten, Kombiwetten, Langzeitwetten und Livewetten auf Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1. Wichtig zu wissen: die Sportwetten-Bewilligung bezieht sich nur auf das Sportwettenangebot; das Casino und die Lotterie bei win2day laufen über die bundesrechtliche Konzession der Österreichischen Lotterien.
Starsportwetten
Starsportwetten trägt die umfangreichste Sportliste im österreichisch bewilligten Feld: Fußball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball, American Football, Baseball, Volleyball, Rugby, Darts. Über 200 Fußballligen aus 80+ Ländern, bis zu 10.000 Live-Spiele pro Monat. Die App ist auf das mobile Wetten ausgelegt. Welches Bundesland die Bewilligung erteilt hat und unter welcher Aktenzahl, ist auf der Seite nicht öffentlich – das ist bei österreichischen Bewilligungsinhabern nicht ungewöhnlich, schmälert aber die Möglichkeit zur unabhängigen Überprüfung.
Admiral
Admiral gehört zur Novomatic-Gruppe und sitzt in Gumpoldskirchen, Niederösterreich – auch wenn die Bewilligung aus Oberösterreich stammt. ADMIRAL Sportwetten wurde in den 1990er-Jahren gegründet und war zwischen 2001 und 2006 an der Wiener Börse notiert. Das dichte Annahmestellen- und Terminalnetz in ganz Österreich macht Admiral zur sichtbarsten Marke im stationären Geschäft; online ist das Angebot schmaler als bei Stern-spezialisierten Konkurrenten, dafür heimisch und bewiligt.
Merkur Bets
Merkur Bets ist die österreichische Marke der Merkur Group, ehemals Cashpoint, mit Sitz in Gerasdorf bei Wien. Seit Juni 2025 tritt das Unternehmen unter der neuen Marke auf. Die App ist die zentrale Plattform: Live- und Vorab-Wetten, Cash-Out, Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia. Welche Land-Bewilligung genau besteht, ist auf der Plattform selbst nicht zu sehen.
Vierklee
Vierklee trägt eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Aktenzahl IIa.10.065/144-0, ausgestellt nach dem Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Das ist die einzige Tiroler Bewilligung im Vergleich. Das Angebot ist solide in den Standardsportarten, weniger breit als bei internationalen Marken, dafür heimisch und unter einer ausdrücklich genannten Bewilligung.
GG.BET
GG.BET ist die klare eSports-Wahl, wenn auch ohne österreichische Bewilligung. Die Marke wird von Invicta Networks N.V. betrieben, mit Sitz in Curaçao und Lizenz OGL/2024/688/0234. Im Programm: Dota 2, Counter-Strike, Valorant, League of Legends, Rainbow Six Siege, dazu klassische Sportarten und virtuelle Sportarten. Wer eSports wettet, schaut hier zuerst. Wer eine österreichische Bewilligung erwartet, schaut hier vergebens.
Bets.io
Bets.io ist eine Krypto-Wettplattform – Einzahlungen laufen über Bitcoin, Ethereum, Litecoin und eine lange Liste weiterer Coins, klassische Bankmethoden stehen weniger im Vordergrund. Lizenz ist Anjouan, ALSI-202410047-FI2; die Plattform läuft über Softswiss Sportsbook mit Quoten von Betradar und Oddin.gg. Wer mit Krypto wettet und keinen klassischen Bankweg braucht, ist hier richtig; wer eine österreichische Aufsicht sucht, schaut woanders hin.
Betway
Betway ist eine der großen internationalen Online-Marken mit maltesischer Lizenz. Im österreichischen Markt ist die Marke wegen ihrer Bundesliga-Sichtbarkeit weniger stark, aber die Funktionen sind da: Live-Streams auf Fußball, Basketball, Eishockey, American Football, Darts und Tennis, Cash Out (ganz oder teilweise), Boosts und Super Boosts, ein Wettkonfigurator und Wettkonfigurator+, dazu Super Sub in den letzten 90 Minuten. Wer eine ausgereifte App mit Livestreams sucht, ist hier gut aufgehoben.
Tipico
Tipico ist in Österreich wegen der Bundesliga-Sponsors omnipräsent, aber die österreichische Tipico-Landesgesellschaft arbeitet mit maltesischer Lizenz (MGA/B2C/101/2004). Die Marke ist im stationären Geschäft stark (eigene Shops, Partner-Trafiken), online weniger aggressiv auf den heimischen Markt fokussiert. Die Sponsoring-Präsenz in der Bundesliga macht Tipico für österreichische Fußballfans zur naheliegenden Wahl; eine österreichische Land-Bewilligung ist damit nicht verbunden.
Häufig gestellte Fragen
Wie läuft eine Online-Wette in Österreich ab – von der Anmeldung bis zur Auszahlung?
Eine Online-Wette in Österreich läuft in vier Schritten: Anmeldung mit E-Mail und persönlichen Daten, Verifizierung per Ausweis (Lichtbild, Adresse, meist per Video-Ident), Einzahlung über eine zugelassene Zahlungsmethode, dann die Wette selbst. Die erste Auszahlung ist gewöhnlich langsamer als die späteren, weil das Konto geprüft wird – zwischen 24 Stunden und einer Woche ist üblich.
Welche Bewilligung braucht ein Anbieter, und wie lässt sie sich prüfen?
Ein Anbieter braucht eine Bewilligung des Bundeslandes, in dem er Sportwetten veranstaltet. Niederösterreich, Wien, Oberösterreich und Tirol haben eigene Gesetze. Geprüft wird die Bewilligung im Impressum der Anbieter-Website und über die Listen der Landesregierungen – etwa die Aktenzeichen für Niederösterreich (IVW1-Wett-47/001-2020 bei tipp3 und win2day) oder die Tiroler Bewilligung bei Vierklee.
Wie ist die Rechtslage für Anbieter mit Sitz im Ausland?
Ausländische Anbieter brauchen für das österreichische Geschäft eine eigene Land-Bewilligung; eine maltesische, curaçaoische oder anjouanische Lizenz ersetzt sie nicht. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat keine österreichische Behörde als Ansprechpartner; eine österreichische Selbstsperre greift dort nicht. Das macht die Anbieter nicht per se illegal, die Lage ist aber rechtlich unklar.
Wer zahlt die Wettgebühr von 5 Prozent – der Anbieter oder der Wettende?
Die Wettgebühr von 5 Prozent auf den Einsatz schuldet der Anbieter, der die Wette abschließt oder vermittelt (§ 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG). Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Sache – tipp3 etwa trägt sie bei verlorenen Wetten und zieht sie bei gewonnenen vom Gewinn ab.
Gibt es in Österreich eine Sperrdatei oder ein bundesweites Einzahlungslimit?
Eine bundesweite Sperrdatei für Sportwetten gibt es in Österreich nicht; jedes Land regelt die Sperre, jeder Anbieter setzt sie um. Limits sind Sache des Anbieters – win2day etwa setzt 250 € pro Woche bis zum Alter von 26 und 1.680 € pro Kalendermonat ab 26. Das geplante Sperrregister aus dem Glücksspielreformgesetz 2026 betrifft nur Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes, nicht Sportwetten.
Wie berechnet sich die Auszahlung, und was ist die Marge?
Die Auszahlung einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, die mit dem Einsatz multipliziert wird. Die Marge ist der Anteil am Umsatz, den der Anbieter behält – typisch 5 % bis 10 % je nach Markt. Bei Quoten von 1,90 und 1,90 liegt die Marge eines Zwei-Wege-Markts rechnerisch bei knapp 5 Prozent, die Auszahlungsquote entsprechend bei etwa 95 Prozent.
Dieser Beitrag wurde vom Team von Freiwetten Info erstellt.
